Assistenzhunde

Welche Arten von Assistenzhunden gibt es?

LPF- Assistenzhund (Lebenspraktische Fähigkeiten)

Ein LPF-Assistenzhund hilft Menschen, deren Mobilität eingeschränkt ist. Z.B. Rollstuhlfahrern, Menschen mit Gehhilfen oder verkürzten Gliedmaßen. Der Hund lernt individuelle Aufgaben, die den Alltag des Menschen erheblich erleichtern. Dies könnte z.B. das An- und Ausschalten des Lichtschalters, Türen öffnen/schließen, Hilfe beim An- und Ausziehen, Öffnen und Schließen von Schubladen, Bringen oder Aufheben von Gegenständen etc. sein.

 

Auch unterwegs kann der LPF-Assistenzhund viele hilfreiche Aufgaben übernehmen: den Assistenznehmer beim Einkaufen begleiten und Produkte aus dem Regal nehmen, Geldbörse an den Kassierer überreichen, EC-Karte in den EC-Automaten stecken und Geld entnehmen, Ampelknopf oder Fahrstuhlknopf drücken, etc.

 

Der LPF-Assistenzhund ist berechtigt seinen Assistenznehmer zu Arztterminen, Behörden und auf Reisen zu begleiten und gibt somit Sicherheit im Alltag.

 

Durch einen Assistenzhund erlangt der Assistenznehmer eine größere Unabhängigkeit, sowie emotionale Unterstützung. In der Regel ist der LPF-Assistenzhund 24 Stunden am Tag mit dem Assistenznehmer zusammen.

Autismusassistenzhund

Der Autismusassistenzhund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der Kinder und Erwachsene mit einer Symptomatik aus dem Autismusspektrum begleitet. Er unterstützt den Menschen im Alltag und fördert ihn gleichzeitig in der Entwicklung, Verbesserung und dem Erhalt seiner Fähigkeiten.

 

Autismusassistenzhunde werden schon bei Kleinkindern eingesetzt, wobei in diesem Fall eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern unabdingbar ist. Durch den Assistenzhund wird die Motivation des Kindes deutlich erhöht, sich zu bewegen und neue Fähigkeiten zu erlernen. Neben der nicht zu unterschätzenden emotionalen Bedeutung für den Assistenznehmer kann der Autismusassistenzhund folgende Aufgaben übernehmen:

  • Weglaufen zu Hause und in der Öffentlichkeit anzeigen und verhindern (tags und nachts)
  • Entlaufene Person suchen und finden
  • Abschirmen von Menschen in der Öffentlichkeit
  • Beruhigen bei Reizüberflutung
  • Sicherheit im Straßenverkehr geben
  • Unterbrechen von stereotypen Verhaltensweisen

Der Autismusassistenzhund fungiert als Anker und gibt Sicherheit , in dem er sensibel auf die emotionale Lage des Assistenznehmers reagiert. Er beruhigt den Assistenznehmer in kritischen Situationen und lenkt den Fokus auf andere Dinge.

Signalwarnhund

Ein Signalhund übernimmt für seinen schwerhörigen oder gehörlosen Assistenznehmer die Hörfähigkeit und zeigt Geräusche (Türklingel, Handyklingel, Fahrradklingel, Wecker, Rauchmelder, Ansprache mit Namen etc.) in seiner Umgebung an, z.B. durch Pfote auflegen oder mit der Schnauze anstupsen.

 

Die Aufgaben des Signalhundes werden individuell auf die Bedürfnisse des Assistenznehmers abgestimmt.

 

Signalhunde verändern das Leben des Betroffenen auf vielen Ebenen. Der Assistenznehmer wird aus seiner Isolation geholt und seine Alltagsbewältigung wird erheblich erleichtert.

PTBS- Assistenzhund
(Posttraumatische Belastungsstörung)

Ein PTBS Assistenzhund wird individuell auf die Anforderungen und Einschränkungen des Assistenznehmers ausgebildet und begleitet ihn in der Regel 24 Stunden am Tag. Zu den komplexen posttraumatischen Belastungsstörungen zählt auch das gesamte Spektrum der dissoziativen Störungen. Ein ausgebildeter Assistenzhund weiß, was bei einer Panikattacke oder Dissoziation zu tun ist, diese vorherzusehen oder zu unterbrechen: z.B. die Person aus einer Menschenmenge führen oder sie zurück nach Hause/zum Auto zu führen.

 

Ein PTBS-Hund wird individuell auf die Anforderungen und Einschränkungen für den Betroffenen ausgebildet.

Ein PTBS-Assistenzhund steigert die Lebensqualität des Assistenznehmers enorm. Der Hund gibt Sicherheit und ermutigt den Assistenznehmer aktiver am alltäglichen Leben teilzunehmen.

 

Der PTBS-Hund ist 24/7 an ihrer Seite und Sie sind nie mehr alleine.

Diabetiker – und Epilepsiewarnhund

Nur wenige Hunde bringen die angeborene Fähigkeit mit, Veränderungen im menschlichen Körper präzise wahrzunehmen und anzuzeigen. Es handelt sich sozusagen um ein Talent, dass durch gezielte Ausbildung für den „Job“ nutzbar gemacht wird. Für den Assistenzhundetrainer ist es eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, den richtigen Hund für den Assistenznehmer zu finden. Der Hund muss nicht nur die Eigenschaft besitzen, Anzeichen für epileptische Anfälle und Veränderungen im Blutzuckerspiegel erkennen zu können, sondern sich auch vom Charakter als Assistenzhund eignen und vom Wesen her zum Assistenznehmer passen.

 

 

Der Diabetikerwarnhund warnt den Diabetiker vor einer drohenden Über- oder Unterzuckerung. Somit hat der Patient Zeit zu reagieren, z.B. kann er den Blutzucker messen, Insulin spritzen oder Zucker zuführen, sich hinlegen oder Hilfe anfordern. Die Art, wie der Diabetikerwarnhund die drohende Über- oder Unterzuckerung anzeigt, ist angeboren und muss nicht erst trainiert werden z.B. Pfote auflegen, mit der Schnauze anstupsen.

 

Im Training wird die natürliche Anzeige jedoch gefördert und seine Reaktionen werden präzisiert. Der Warnhund kann auch lernen, eine Notfalltasche zu holen oder einen Notruf abzusetzen.

 

Diabetikerwarnhunde werden sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene ausgebildet, vorwiegend in Selbstausbildung.

Der Epilepsiewarnhund besitzt von Geburt an die Fähigkeit, einen nahenden epileptischen Anfall zu erkennen. Er wird dazu ausgebildet, diesen frühzeitig anzuzeigen. Ein Warnhund kann Anfälle nicht gänzlich verhindern, aber er kann seinem Assistenznehmer die Möglichkeit geben, sich auf einen Anfall vorzubereiten. Dadurch dass der Hund frühzeitig Vorzeichen eines drohenden Anfalls erkennt und Signal gibt (Bellen, Anstupsen, Pfote auflegen o.ä.), hat der Patient ausreichend Zeit, Gefahren und Verletzungsmöglichkeiten zu minimieren. Der Hund lernt auch, einen Notruf abzusetzen, Handy oder Telefon nach einem Anfall zu bringen, an Medikamente zu erinnern, oder den Menschen an einen sichereren Ort zu bringen. Schon die körperliche Nähe des Hundes im Anfallsfall gibt dem Assistenznehmer ein Gefühl von Sicherheit und Selbständigkeit. Hunde für Epileptiker werden sowohl für Kinder als auch für Erwachsenen ausgebildet, vorwiegend in Selbstausbildung.